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Hanffassade

Für die einen war es schlichtweg die schönste Großwerbefläche Wiens ever, für die anderen ein "unerträgliches Machwerk" und "eine Gefahr für alle anständigen Bürger Wiens".

Die Vielseitigkeit der Hanfpflanze und die Kraft, die von handgemalten Bildern als Unikate im öffentlichen Raum ausgehen, bestimmten die (Medien-)Geschichte des 600m2 großen Wandbildes in der Wiener Schönbrunnerstraße 176. Die drei Fasen der "größten Werbeaktion" die das Österreichische Hanfinstitut als Auftraggeber je hatte, erstreckten sich von Mai bis Oktober 1997.

Zu Beginn sorgte ein Hanfblatt mit Ausrufezeichen für Aufmerksamkeit, Aufregung und erste mediale Berichte auf das was hier vier Wochen später entstehen sollte. Die folgende plakative, farbenprächtige Darstellung legaler Hanfprodukte - entworfen, illustriert und umgesetzt von Markus Tripolt und Christina Gschwandtner- steht in Tradition mit Wandmalerein süd- und lateinamerikanischer Staaten, wo das Wandbild als künstlerisches und politisches Ausdrucksmittel bis heute seine Bedeutung hat. Auch die Malerei der Popart-Künstler Andy Warhol und Roy Lichtenstein ist stark von den flächigen und öffentlichen Werbedarstellungen der US-70er Jahre inspiriert.

Die damals zweitstärkste Wiener Rathausfraktion der FPÖ legte beim Bürgermeister Protest ein, die zuständige Stadtbildbehörde entschied "für Wien zu bunt!" und setzte gegen Androhung einer 300tsd. Schilling-Strafe die Übermalung durch. Diese erfolgte mit Unterstützung von Rene Rosar - dem traurigen Anlaß und entsprechend im schwarzen Anzug - ließ die Zwangsmaßnahme aber durch gezielte Auslassungen erkennen.

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