1999 / 183 bunte Sessel


183 bunte Sessel

“Wer einen Sitz hat, hat eine Stimme. Und wer eine Stimme hat, soll sie erheben, wenn es um die Einhaltung von Menschenrechten geht.”

Ein demokratisches Gemeinschaftskunstwerk, erstmals vor dem österreichischen Parlament anlässlich des internationalen Menschenrechtstages am 10. Dezember 1999. Ziel des Projektes ist, für jede/n Abgeordnete/n mindestens einen künstlerisch gestalteten Sessel vors Parlament zu plazieren.

“Nimm deinen Sessel, streiche ihn bunt und stell ihn vor`s Parlament!”

Idee, Konzept und Veranstalter: Markus Tripolt
Plakatgestaltung: Christina Gschwantner

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Politik mit Kunst
Von Doris Knecht / Profil

Der Wiener Künstler Markus Tripolt ist bisher vor allem durch seine Wandbemalungen aufgefallen. Angesichts der Diskussion um Ausländer in Österreich, möchte Tripolt nun gemeinsam mit der Bevölkerung künstlerisch ein positives Zeichen setzen, in dem er dem Nationalrat den Stuhl vor die Türe setzt: Vom 10. bis 12. Dezember sammelt Tripolt Stühle, 183 insgesamt. 30 bringt er selber mit, die anderen 153 hätte er gerne von der Bevölkerung. Die Stühle werden vor Ort in verschiedenen Farben lackiert – die Firma BEKO sponsert die Aktion – und zwei Tage lang in einer Reihe aufgestellt: Von der Ringstraße über die Parlamentsrampe hinauf zum Parlamentseingang bis unter die Inschrift ” Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren”. Er wolle, meint Tripolt, ein “demokratisches Gesamtkunstwerk” schaffen, bei dem jeder die Möglichkeit habe, ein Zeichen gegen die Ausländerpolitik zu setzen. “Man kann damit zeigen, das man nicht brav und anständig ist”, meint Tripolt, und: “Man muss Zivilcourage üben, damit man sie beherrscht wenn man sie braucht.”

 


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