2001 / Die Stadtbildgalerie


Die Stadtbildgalerie

Bildtext: Mehr Kunst statt plakativer Werbung auf den Feuermauern von Wien: Das ist seit Jahren der Traum von Markus Tripolt. Den Behörden war das bisher oft “zu bunt”.

Statt mit Werbung will ein junger Wiener mit Kunst die Stadt bunt machen.

BILDERWERFEN GEGEN FEUERMAUERN
der Standard vom 16.Juli 2001

Er malt wieder Mauern an. Nicht dass Markus Tripolt je wirklich damit aufgehört hätte – schließlich ist der Wiener gelernter Maler. Aber als Triplolt vor einigen Jahren begann, Feuermauern anzumieten und auf ihnen großflächig Bilder und Werbung aufzumalen, hatte er rasch ein großes Problem am Hals: Wiens Quasimonopolist auf plakative Werberei, die Gewista, war “not amused” – und bald hatte Tripolt auch amtlich ausgemalt: “Zu bunt” war nur eine der teils skurrilen Begründungen, warum das Anfärbeln grauer Feuermauern an bestimmten Stellen nicht möglich sein durfte.

Kommerzieller “Zufall”
Nebenbei: An einigen dieser Flächen werden mittlerweile- scheinbar ohne für farbliche Stadtbildirritationen zu sorgen – durchaus kommerziell Bilder appliziert. Nur halt nicht von Tripolt. Aber das ist sicher ein Zufall. Ganz hat der Feuermauermaler seine Liebe zum Buntmachen grauer Flecken aber doch nicht ablegen können: Unter dem Titel “Erste Wiener Stadtbildgalerie” begann er am Wochenende wieder, Farbe in die Stadt zu bringen. Freilich nicht als Werber, sondern als Kunstprojekt: Auf jeweils zehn mal zehn Meter großen Wänden sollen Arbeiten von Künstlern zu sehen sein.

Mit Hilfe der auf Großbildproduktionen spezialisierten Firma “Trevision” sollen so 100 Meisterwerke nicht im Fernsehen, sondern an der Mauer vis-à-vis sichtbar gemacht werden. Den Anfang macht seit Samstag ein Bild aus der Ausstellung über die Kunst der Aborigines der Sammlung Essl an der Rückseite des Amtshauses Margareten (Schönbrunnerstraße 53). Drei weitere Kunstmauern sollen in den nächsten Tagen und Wochen folgen: “Wir suchen noch jede Menge Mauern, auch in abgelegeneren Lagen”, hofft Tripolt darauf, die Stadt mit einem dichten Bilderwerk überziehen zu können. Künstler die ihre Werke veröffentlichen wollen, werden übrigens auch noch von Tripolt gesucht.

2001


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