Trainer und Coach

Coloured Chairs

„Coloured Chairs“ ist ein von der Zivilgesellschaft gemeinsam geschaffenes Kunstwerk zum Menschrechtstag am 10. Dezember. 

 

Das „Coloured Chairs“-Motto lautet lautet: “Nimm Deinen Sessel, streich ihn bunt und stell ihn in den öffentlichen Raum. Denn wer einen Sitz hat, hat eine Stimme und wer eine Stimme hat, soll sie erheben, wenn es um die Auseinandersetzung mit Menschenrechten und einer gelingenden Zukunft geht.“

Im Unterschied zu sonstigen Aktions- bzw. Thementagen funktioniert „Coloured Chairs“ nur durch die aktive Teilnahme von Menschen und ist daher – sollte die Übung gelingen – keine weitere hohle Phrase für Sonntagsreden oder humanistische Bekenntnisse mit erhobenem Zeigefinger, sondern gelebtes und lustvolles Bekenntnis für eine lebenswerte, gemeinsame Zukunft Europas. „Coloured Chairs“ ist ein freies Projekt, sozusagen „analoge Open Source“. Jeder kann teilnehmen, jeder kann es auf seine eigene Art und Weise verbreiten und die Idee frei verwenden.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Geschwisterlichkeit begegnen.“ (Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)

Auf diese Formel können sich in einer aufgeklärten und globalisierten Welt wie der unseren wohl die meisten Menschen einigen. Erst recht, wenn sie in der Mitte Europas in Wohlstand leben. Aber ist es nicht genau diese Art von Wohlstand, der längst einen Überfluss an Waren und Konsumation bedeutet, die das edle Ziel der Gleichberechtigung und Freiheit aller Menschen immer mehr infrage stellt und in der Folge wieder in weite Ferne zu rücken droht? Heute schon, und erst recht in der Zukunft? „Coloured Chairs“ möchte die kreative Kraft, die für eine lebbare, gemeinsame Zukunft notwendig ist sichtbar machen und zum Formulieren eigener, individueller Fragen zur Definition und Umsetzung allgemeiner Menschenrechte anregen. Was zum Beispiel ist denn explizit KEIN Manschenrecht? Und: Gibt es vielleicht auch Menschenpflichten? Ist das mittlerweile selbstverständliche Verbrauchen von Ressourcen künftiger Generationen etwa nichts anderes als die chronische Verletzung und Missachtung des Menschenrechts auf Zukunft und gutes Leben künftigen Generationen?

Was macht die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis?

In einer Zeit, in der die Auswirkungen der Systemkrise auch den wohlhabenden und reichen Gesellschaften wie der unseren immer näher rücken und zusetzen, stellt sich die Frage, was wir Europäerinnen tun können, um den Idealen der Menschenrechte näher zu kommen bzw. sie nicht immer weiter aus den Augen zu verlieren. Wollen wir Europäer die Utopie der Menschenrechtsdeklaration und damit uns selber ernst nehmen – und das sollten wir nicht nur am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, tun – und ihren Zielen zumindest näher kommen, heißt es, sich nicht weiter auf „die Politik“ zu verlassen oder auszureden, sondern selbst aktiv zu werden und sich auf unsere tief sitzenden menschlichen Bedürfnisse zu besinnen, deren Befriedigung aus unserem Leben ein gutes Leben macht.

Kreatives Bewusstsein zeigen und erwecken

„Nimm deinen Sessel, streiche ihn bunt und stell ihn in den öffentlichen Raum.“

Dieser künstlerisch-kreative Akt soll uns auch daran erinnern, dass wir selbst die Künstler unseres Lebens sind, dass wir unser Leben selbst in die Hand nehmen, gestalten und formen können. Unabhängig von angeblich alternativlos gewordenen Systemen, die nur noch der verzweifelten Selbsterhaltung dienen und dabei immer mehr Menschen ausgrenzen müssen. Achtsamkeit, Kreativität und Lebensfreude sind tief in uns verwurzelte Eigenschaften, die es zu wecken und auch zu zeigen gilt und die wir mit „Coloured Chairs“ gemeinsam sichtbar machen wollen. Nehmen wir uns ein Beispiel an unseren Kindern, an ihrer Kraft, an ihrem Drang, die Welt zu erfahren und sie mit ihrer Energie und ihrer Lebensfreude zu einem lebendigen Ort zu machen, in dem für mehr Platz ist als nur für mehr vom immer Gleichen.

Achte auf Deine künftige Vergangenheit - jetzt!

Wir müssen uns nicht auf eine gemeinsame Zukunft einigen, bevor wir damit beginnen, sie zu gestalten. Gerade das vergebliche Ringen um ein gemeinsames Bild unserer Zukunft lässt uns all zu leicht in der destruktiven Gegenwart verharren. „Coloured Chairs“ schafft ein gemeinsames Bild der unendlichen Möglichkeiten für jeden Einzelnen von uns. Im kreativen Akt der Gestaltung sind wir selbstgenügsam und treten so mit uns selbst in Beziehung – eine Grundbedingung für unsere Beziehungen zu anderen.

 

„Coloured Chairs“ bietet eine Gelegenheit, unsere ressourcenfressende Lebensweise ohne Zwänge zu überdenken, indem wir unsere eigenen, uns allen innewohnenden künstlerischen Fähigkeiten in Schwung bringen, denn letztendlich können wir auch unseren Kindern kaum etwas Besseres wünschen und mit auf den Weg geben als Kreativität und soziale Kompetenz – und damit die Stärke, sich selbst ernst zu nehmen und darin zum Ausdruck zu bringen, ein Leben lang folgen zu können.

 © 2019 by Markus Tripolt

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